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01 April 2026

Schritt für Schritt zum europäischen Atomschirm

In kleinen Schritten zum europäischen Atomschirm: Deutschland sollte Frankreichs Angebot zur nuklearen Teilhabe endlich wahrnehmen

Berlin/Paris, 1. April 2026

Deutschland muss strategischen Realismus entwickeln und die angebotene Teilhabe an einer europäischen nuklearen Abschreckung mit Frankreich ernsthaft prüfen. Das fordert Oberst a.D. Richard Drexl, langjähriger Luftwaffen-Experte und ehemaliger Mitarbeiter im Bundesverteidigungsministerium, in einem aktuellen Cicero-Beitrag. Der Beitrag erscheint just zu dem Zeitpunkt, an dem die Realität der transatlantischen Unsicherheit längst politisch eingeholt hat.  

Russlands wiederholte Drohungen mit Kernwaffen im Ukraine-Krieg haben das Thema nuklearer Abschreckung aus dem Kalten-Kriegs-Mottenkasten zurück auf die Agenda geholt. Jahrzehntelang verließ sich Europa auf den amerikanischen Schutzschirm der NATO. Diese Gewissheit bröckelt: Washingtons strategischer Fokus verschiebt sich erkennbar in den Indo-Pazifik, innenpolitische Turbulenzen in den USA stellen Bündnisverpflichtungen infrage – und selbst die Briten wurden jüngst nicht einmal mehr am Irankonflikt beteiligt. „Deutsche machtpolitische Ignoranz findet damit ein vorläufiges Ende“, schreibt Drexl.  

Deutschland ist seit Jahrzehnten Juniorpartner in der NATO-nuklearen Teilhabe: US-Atomwaffen lagern auf deutschem Boden, deutsche Trägersysteme (aktuell Tornado, künftig F-35) sollen im Ernstfall zum Einsatz kommen. Die Beschaffung der F-35 verstärkt jedoch die Abhängigkeit von Washington, da das System nicht souverän betrieben werden kann. Drexl warnt seit Jahren davor – und plädiert nun für einen klaren nächsten Schritt: eine stärkere europäische Komponente, die nur mit der Atommacht Frankreich realisierbar sei. Deren wiederholt vorgetragenes Angebot einer erweiterten nuklearen Abschreckung müsse Deutschland „wahrnehmen“.  

Genau diese Debatte hat in den vergangenen Wochen konkrete Gestalt angenommen. Am 2. März 2026 kündigte ᴴᴱ Emmanuel Macron in einer Grundsatzrede auf dem Atom-U-Boot-Stützpunkt Île Longue bei Brest eine „neue Etappe“ der französischen Abschreckung an: Aufstockung des Atomarsenals, neue Hyperschallraketen und ein neues Atom-U-Boot bis 2036. Deutschland sei „Schlüsselpartner“. Noch 2026 sollen gemeinsame Besuche strategischer Einrichtungen und – erstmals – konventionelle Beteiligung der Bundeswehr an französischen Nuklearübungen stattfinden.  

Parallel veröffentlichten ᴴᴱ Emmanuel Macron und Bundeskanzler ᴴᴱ Friedrich Merz (CDU) eine gemeinsame Erklärung: Eine hochrangige deutsch-französische „Nuklear-Steuerungsgruppe“ wird eingerichtet. Die Zusammenarbeit soll die NATO-Abschreckung und die bestehende deutsche nukleare Teilhabe ausdrücklich ergänzen, nicht ersetzen. Merz hat eigene deutsche Atomwaffen ausgeschlossen, Gespräche mit Paris und London aber ausdrücklich begrüßt – auch über mögliche Bundeswehr-Trägersysteme für französische oder britische Sprengköpfe.  

Drexl sieht darin die „kleinen Schritte“, die Deutschland endlich strategisch handlungsfähig machen könnten. Die Pazifismus-Debatte der vergangenen Jahrzehnte habe die Bundesrepublik in eine machtpolitische Naivität geführt, die nun teuer zu stehen komme. Ob die neue deutsch-französische Nuklearachse tatsächlich zu einer glaubwürdigen europäischen Abschreckung führt, hängt von der Umsetzung der angekündigten Übungen und der politischen Stabilität in Paris und Berlin ab. Erste Signale deuten jedoch darauf hin, dass der Zeitenwende-Ruf von 2022 nun auch im nuklearen Bereich konkrete Folgen zeitigt.


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ᴛᴇxᴛ:ʜᴇ/ᴀɪ/xᴀɪ - ɪɴᴘᴜᴛ:ɪɴᴛᴇʀɴᴇᴛ/ᴘʀᴇꜱꜱ


𝕿𝖍𝖊 𝕰𝖝𝖈𝖊𝖑𝖑𝖊𝖓𝖈𝖞

24 März 2025

Europa in Gefahr: Ehles Warnung vor Putins Aggression und Trumps Abkehr

Die Sicherheitslage in Europa: Ein dringender Appell von Konteradmiral a.D. Jürgen Ehle

In einem kürzlich erschienenen Artikel warnt Konteradmiral a.D. Jürgen Ehle vor einer „sehr ernsten Lage“ in Europa. Ehle, der jahrelang im NATO-Hauptquartier tätig war und als militärischer Berater für den Auswärtigen Dienst der EU fungierte, äußert sich besorgt über die potenziellen Auswirkungen einer Abkehr der USA unter Donald Trump vom NATO-Bündnis. Diese Entwicklung könnte Europa in einer Zeit zunehmender russischer Aggression verwundbar machen.

Die Bedrohung durch Russland

Ehle betont, dass selbst ein Friedensabkommen in der Ukraine, das Wladimir Putins Bedingungen erfüllt, nicht ausreichen würde, um die Ambitionen des russischen Präsidenten zu stillen. Putin strebe danach, die Ukraine entweder aufzulösen oder vollständig zu kontrollieren. Geheimdienstinformationen deuten darauf hin, dass Russland bis 2029 oder 2030 in der Lage sein könnte, ein NATO-Land anzugreifen. Die russische Rüstungsindustrie produziert rund um die Uhr, wobei die Hälfte der Produktion an die Front in der Ukraine und die andere Hälfte in Depots gelangt, die für zukünftige Aggressionen genutzt werden könnten.

Die Rolle der USA und die Notwendigkeit europäischer Stärke

Ehle erinnert daran, dass die USA bereits unter Obama ihre militärischen Prioritäten neu ausgerichtet haben, um sich stärker auf den Indopazifik und China zu konzentrieren. Trump hat diese Tendenz verstärkt, indem er die Verteidigung Europas als primär europäisches Problem darstellt. Ehle fordert daher, dass Europa schnell handeln müsse, um seine Verteidigungsfähigkeiten zu stärken und unabhängiger von den USA zu werden. Dies schließt auch die Überlegung ein, eine eigene nukleare Abschreckungskulisse aufzubauen, da die Zuverlässigkeit des US-Atomwaffenschirms in Frage steht.

Die Zukunft der europäischen Verteidigung

Ehle plädiert für eine gesamteuropäische Lösung oder einen Deal mit den USA, um den nuklearen Schutzschirm aufrechtzuerhalten. Eine französische Lösung hält er für unzureichend, da Frankreich das alleinige Entscheidungsrecht über den Einsatz seiner Nuklearwaffen beansprucht. Darüber hinaus betont Ehle die Notwendigkeit, ein militärisches Hauptquartier der EU zu gründen, das komplementär zur NATO agiert und in Fällen eingesetzt werden kann, in denen die NATO nicht tätig werden will oder kann.

Fazit

Jürgen Ehle mahnt eindringlich, dass Europa schnell und entschlossen handeln muss, um sich gegen die wachsende Bedrohung durch Russland zu wappnen. Die Abkehr der USA von der NATO und die zunehmende russische Aggression erfordern eine Stärkung der europäischen Verteidigungsfähigkeiten und eine klare strategische Ausrichtung. Nur so kann Europa in einer unsicheren geopolitischen Lage beste

16 März 2025

Europa und die nukleare Abschreckung

Die Zukunft der nuklearen Abschreckung
Recherche/Text: 🄳🄽🄳 LC

In Europa zeichnet sich eine neue Ära ab, in der die einst unerschütterliche Verpflichtung der USA zur Verteidigung des Kontinents gegen Russland in Frage gestellt wird. Unter der Präsidentschaft von Donald Trump hat sich die Dynamik der transatlantischen Beziehungen verändert, und Europa steht vor der Herausforderung, seine eigene Verteidigung zu stärken. Diese Entwicklung hat zu Diskussionen über eine mögliche "europäische nukleare Schutzmacht" geführt, die von Frankreich und Großbritannien ausgehen könnte.

Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs hat sich Europa auf die nukleare Abschreckung der USA verlassen. Doch mit der zunehmenden Unsicherheit über die Zuverlässigkeit der amerikanischen Unterstützung unter Trump, suchen europäische Führer nach alternativen Wegen, um ihre Sicherheit zu gewährleisten. Frankreich und Großbritannien, beide langjährige Atommächte, könnten eine zentrale Rolle in dieser neuen Strategie spielen.

Die Rolle Frankreichs und Großbritanniens

Frankreich verfügt über etwa 290 nukleare Sprengköpfe, während Großbritannien 225 Trident-Raketen besitzt. Diese Waffen könnten theoretisch einen Schutzschirm über Europa legen, ähnlich wie es die USA in der Vergangenheit getan haben. Der französische Präsident Emmanuel Macron hat sich für eine "strategische Debatte" über den Schutz europäischer Verbündeter durch die französische Abschreckung ausgesprochen. Auch der designierte deutsche Kanzler Friedrich Merz hat Gespräche mit Frankreich und Großbritannien über eine Ausweitung ihres nuklearen Schutzes gefordert.

Foto: 🄳🄽🄳

Unterstützung und Herausforderungen

Mehrere europäische Länder, darunter Polen, Schweden und Dänemark, haben die französischen Vorschläge begrüßt. Dennoch gibt es erhebliche Hürden. Die nuklearen Arsenale Frankreichs und Großbritanniens sind im Vergleich zu denen der USA und Russlands relativ klein. Zudem fehlt es vielen europäischen Ländern an einer "nuklearen Kultur", da sie sich stets auf die USA verlassen haben.

Die amerikanische Perspektive

Trotz der Bedenken in Europa hat die US-Regierung nicht offiziell erklärt, dass sie sich aus ihren NATO-Verpflichtungen zurückziehen wird. Symbolische Aktionen, wie der Überflug eines nuklearfähigen US-Bombers über Stockholm, deuten darauf hin, dass die USA ihre Verpflichtungen ernst nehmen. Dennoch bleibt die Frage, ob Europa sich vollständig auf die USA verlassen kann, insbesondere unter der Führung von Trump.

Die Diskussion über eine europäische nukleare Schutzmacht ist ein Indikator für die tiefgreifenden Veränderungen in der globalen Sicherheitslandschaft. Während Frankreich und Großbritannien potenzielle Anker dieser Strategie sein könnten, bleibt abzuwarten, ob Europa die notwendigen Investitionen und die politische Einheit aufbringen kann, um eine glaubwürdige Abschreckung gegen Russland zu gewährleisten. Die Zukunft der europäischen Sicherheit hängt möglicherweise davon ab, wie erfolgreich der Kontinent diese Herausforderung meistert.