Louis Klamroth nennt 70.000-Euro-Verdiener „reich“ – Shitstorm auf X und scharfer Konter von Markus Söder
Berlin/Hamburg, 28. April 2026 – Ein Satz in der neuen ARD-Bürgertalk-Sendung „Arena“ hat am Montagabend für heftige Reaktionen gesorgt. Moderator Louis Klamroth erklärte im Gespräch mit Bürgern und CSU-Chef Markus Söder, dass bereits ein zu versteuerndes Einkommen von rund 69.879 Euro pro Jahr jemanden „reich“ mache. Der Vorwurf: Realitätsverlust eines öffentlich-rechtlichen Spitzenverdiener.
Die Sendung „Arena“ – ein neues Diskussionsformat der ARD mit Bürgerbeteiligung – widmete sich Themen wie Steuern, Rente und Bürokratie. Klamroth moderierte gemeinsam mit Jessy Wellmer. Im Kontext der Debatte um höhere Abgaben für Besserverdiener und die Finanzierung des Sozialstaats fiel der umstrittene Satz. Markus Söder konterte unmittelbar und deutlich: „Das ist für Sie schon reich? Ein Facharbeiter, Mittelständler, Handwerksmeister ist für Sie ein reicher Mann? Keiner von denen verdient annähernd so viel wie Sie.“ Klamroth räumte ein: „Wahrscheinlich haben Sie recht.“
Der Wortwechsel wurde schnell viral. Auf der Plattform X (ehemals Twitter) entbrannte binnen Stunden ein Shitstorm. Nutzer warfen Klamroth vor, als ARD-Moderator mit einem geschätzten Honorar von bis zu 18.000 Euro pro Sendung (bei mehreren Ausstrahlungen pro Jahr ein Jahreseinkommen im hohen sechsstelligen Bereich aus Gebührenmitteln) den Blick für die reale Einkommenssituation in Deutschland verloren zu haben. Posts mit Clips aus der Sendung erreichten zehntausende Views und kritisierten vor allem die vermeintliche Doppelmoral: „Der GEZ-Millionär nennt 70k reich“ lautete eine häufig geteilte Formulierung.
Klamroth selbst ist kein Unbekannter in der Debatte um Neutralität im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Seit Januar 2023 moderiert er die ARD-Talkshow „Hart aber fair“ als Nachfolger von Frank Plasberg. Bereits 2022 hatte er öffentlich gemacht, dass er seit etwa 2021 mit der prominenten Klimaaktivistin Luisa Neubauer liiert ist. Neubauer, bekannt als Gesicht von Fridays for Future, stammt aus einer Familie mit wirtschaftlichem Hintergrund (Reemtsma-Verbindung wird in Teilen der Debatte thematisiert). Damals hatte Klamroth betont, seine Partnerin werde nie Gast seiner Sendung sein – um Neutralitätsvorwürfe zu entkräften. Dennoch flammt die Diskussion um mögliche Befangenheit bei politisch aufgeladenen Themen wie Steuern und Verteilungsgerechtigkeit nun neu auf.
ARD und Klamroth haben sich bislang nicht öffentlich zu dem Vorfall geäußert. Auf X dominieren jedoch Forderungen nach mehr Transparenz bei Moderatorengehältern und Kritik am „abgehobenen“ Ton des öffentlich-rechtlichen Fernsehens. Ob der Fauxpas nachhaltige Konsequenzen für Klamroths Rolle als Gesicht der ARD hat, bleibt abzuwarten. Fest steht: Die Debatte um „Reichsein“ in Deutschland hat durch den ARD-Auftritt eine neue, sehr persönliche Ebene erhalten.
ᴛᴇxᴛ:ᴴᴱɪᴘ, ᴀɪ / ϙᴜᴇʟʟᴇ: ʙᴜsɪɴᴇss- ᴡᴏʀʟᴅ ᴘʀᴇꜱꜱ, ᴱˣᴀɪ
𝔗𝔥𝔢 𝔈𝔵𝔠𝔢𝔩𝔩𝔢𝔫𝔠𝔶



