INFO » The Excellency - Freier unabhängiger, unkommerzieller Nachrichten-Blog mit Schwerpunkt Netzjournalismus ohne Fake-News. Informationen, Kommentare und aktuelle Meldungen zu Politik und Wirtschaft. » Zur Beachtung « : The Excellency steht in keinster Weise mit einer politischen Partei in Kontakt oder in Verbindung. The Excellency lehnt radikale Ränder, Gruppen und Parteien - egal ob radikal Links oder radikal Rechts - konsequent ab.

07 Mai 2026

Guten Morgen Deutschland

Das bittere Aus des FC Bayern München in der Champions League 2025/26 gegen Paris Saint-Germain markiert das Ende einer intensiven Saison auf europäischer Bühne. Nach einem spektakulären Hinspiel (4:5 in Paris) reichte ein 1:1 im Rückspiel in der Allianz Arena nicht – die Münchner schieden mit 5:6 im Gesamtscore aus. Ousmane Dembélé traf früh für PSG, Harry Kane sorgte in der Nachspielzeit für den späten Ausgleich, doch die große Wende blieb aus. Vincent Kompany und seine Mannschaft zeigten Kampfgeist, scheiterten aber an der Effizienz und der Abwehr der Titelverteidiger.

Für die Bayern-Fans schmerzt es besonders: Nach dem dramatischen Viertelfinal-Sieg gegen Real Madrid (6:4) war der Halbfinal-Einzug ein Highlight, das Aus im vorletzten Schritt jedoch ein Déjà-vu. Der Traum vom siebten Titel und einem möglichen Triple zerplatzte – wieder einmal in der entscheidenden Phase. Kompany betonte den Fortschritt: „Wir haben Fortschritte gemacht, aber die Champions League ist vorbei. Nächstes Jahr versuchen wir es wieder.“ Manuel Neuer sprach von fehlender „Killer-Instinkts“ vor dem Tor.

Internationale Pressestimmen zum Aus

- **BILD (Deutschland)**: „Bayern München ging kläglich unter“ – eine harte, aber ehrliche Bilanz nach dem Rückspiel.

- **ESPN (international)**: PSG habe „Bayern mit Leichtigkeit gehandhabt“ und stehe vor der Wiederholung des Triumphes. Die Franzosen gelten nun als Top-Favorit für das Finale gegen Arsenal.

- **The Guardian / Al Jazeera**: Ein „hart erkämpftes 1:1“, das PSG den Einzug ins Finale sicherte – gelobt wurde die defensive Disziplin der Pariser trotz des frühen Drucks der Bayern.

- **L’Équipe / französische Medien**: Der Fokus liegt auf der „Wiederholung“ – PSG als zurückkehrender Champion, der Bayern in beiden Spielen die Grenzen aufzeigte.

Das Ausscheiden ist enttäuschend, doch es zeigt auch: Der FC Bayern bleibt ein europäischer Schwergewicht. Mit Kompany, Kane & Co. ist der nächste Anlauf 2026/27 vielversprechend. Die Allianz Arena wird weiter träumen – vom großen Coup. Bis dahin: Kopf hoch, Rekordmeister!

06 Mai 2026

X ist kein Ort, den man leichtfertig aufgeben sollte

Eine Presseschau zum aktuellen Austritt bei der Plattform X von Grünen, Linken und SPD.

Unter dem Hashtag #WirVerlassenX haben die Bundestagsfraktionen und Parteizentralen von SPD, Grünen und Linken in dieser Woche eine konzertierte Aktion gestartet: Sie kündigen ihre offizielle Präsenz auf Elon Musks Kurznachrichtendienst X und fordern ihre Mitglieder auf, es ihnen gleichzutun. Der Schritt wird als „Haltungsfrage“ und „reinigender Akt“ verkauft. Ein SPIEGEL-Leitartikel hält dagegen: Es handele sich um eine unkluge, ideenlose Flucht, die für ein tieferes Problem in der politischen Kommunikation stehe.
Noch 2019 hatte der damalige Grünen-Politiker Robert Habeck Twitter und Facebook verlassen – nur um 2024 mit dem Motto „Back for good“ zurückzukehren. Orte wie X dürfe man nicht „den Schreihälsen und Populisten überlassen“, hatte Habeck damals erklärt. Diese Erkenntnis scheine bei seinen Nachfolgern nicht angekommen zu sein.

Tatsächlich sei X längst zur Chiffre für Meme-Kriege, Trollarmeen, Desinformation und aggressive Debattenkultur geworden. Dennoch bleibe die Plattform ein unverzichtbarer Seismograf der gesellschaftlichen Wirklichkeit: Iran nutze sie für seinen Meme-Krieg gegen Trump, europäische Regierungschefs mischten mit, Journalisten fänden hier relevante Entwicklungen. In Deutschland gelte X neben TikTok als zentrales Diskussionsforum der Rechten und der AfD. Statt sich dieser Realität zu stellen, zögen sich die linken Parteien zurück – und vermieden damit die Auseinandersetzung mit Bürgern, die potenziell nicht ihre eigenen Wähler seien.

Besonders peinlich wirke der performative Akt durch die Reaktion von Ricarda Lang. Die Grünen-Politikerin distanzierte sich nur Stunden nach den ersten Parteiposten mit sieben Worten: „So schnell werdet ihr mich nicht los.“ Sie bleibt auf X – und unterstreicht damit unfreiwillig die Haltlosigkeit des gemeinsamen Rückzugs. Auch weitere prominente Stimmen wie der Linke Bodo Ramelow (Vizepräsident des Bundestags) und der ehemalige Grünen-Co-Vorsitzende Omid Nouripour sowie Linken-Co-Parteichef Jan van Aken signalisierten schnell, dass sie nicht mitziehen.

Karich sieht in dem Drama mehr als nur eine Social-Media-Panne. Es stehe für „Ideenlosigkeit in der Kommunikation mit Bürgern und fehlende Weitsicht angesichts massiver Umbrüche im digitalen Alltag“. Besonders die SPD als Regierungspartei müsse statt Fluchtbewegung die Zukunft gestalten: Kriterien für Plattformen setzen, Schutzmechanismen schaffen, europäische Alternativen fördern. Stattdessen empfehlen die Parteien den Wechsel zur amerikanischen Plattform Bluesky – „der nächste US-Kurznachrichtendienst, auf dem Polarisierungsmechanismen wirken und sich Menschen an ihre Social-Media-Corporate-Identity binden – nur eben linker“.

Ein politisch kluger Schachzug wäre gewesen, den Rückzug mit konkreten Inhalten zu verbinden: mit Standards, Förderung und der Unterstützung europäischer Projekte wie der geplanten Plattform „W“. Diese soll mit Personalausweis-Registrierung Bots fernhalten, auf schwedischen Servern laufen und echte Freiheit unter Einhaltung europäischer Werte bieten. Solche Initiativen verdienten politische Begleitung – statt selbstgefälliger Austritte.

Politiker sollten X nicht leichtfertig aufgeben. Denn wer die Debatte verlässt, überlässt das Feld am Ende genau jenen, die man eigentlich bekämpfen will.

* * * * 

 ᴛᴇxᴛ : ᴴᴱɪᴘ » ᴀɪ » ᴅɴᴅ sᴜᴇᴅ : ϙᴜᴇʟʟᴇ: ʙᴜsɪɴᴇss - ᴡᴏʀʟᴅ ᴘʀᴇꜱꜱ, ᴱˣᴀɪ 𝔗𝔥𝔢 𝔈𝔵𝔠𝔢𝔩𝔩𝔢𝔫𝔠𝔶