Quellen: Internet/NZZ/Spiegel/Bild/Telepolis
Bereits im Jahr 2021 verkündete der nordkoreanische Machthaber Kim Jong-un seine Absicht, ein Atom-U-Boot zu entwickeln. Diese Ankündigung wirft jedoch Fragen auf, wie ein wirtschaftlich geschwächtes und international isoliertes Land wie Nordkorea ein derart komplexes System realisieren könnte.
Mögliche Unterstützung durch Russland
Experten des Center for Strategic and International Studies (CSIS) in Washington vermuten, dass Nordkorea diese Herausforderung nur mit russischer Unterstützung meistern könnte. Sie gehen davon aus, dass Moskau technische Hilfe leistet, im Gegenzug für Munition und Truppen, die Nordkorea im Ukraine-Konflikt bereitstellt. Konkrete Beweise für diese Zusammenarbeit fehlen bislang, doch Satellitenbilder zeigen einen regen Austausch von Gütern über die nordkoreanisch-russische Grenze. Bekannt ist, dass Nordkorea im Austausch für seine militärische Unterstützung Lebensmittel und Öl erhält.
Technologischer Transfer und geopolitische Implikationen
Ein Transfer von Atom-U-Boot-Technologie durch Russland wäre außergewöhnlich. Moskau gilt in diesem Bereich als ebenbürtig mit den USA und hat bisher stets darauf geachtet, diese sensible Technologie nicht aus den Händen zu geben. Allerdings ist bekannt, dass China großes Interesse an dieser Technologie hat. Chinas Werften, die in vielen Bereichen technologisch führend sind, hinken bei der Entwicklung von U-Booten noch hinterher.
Nordkoreas erste Schritte
Im September 2023 präsentierte Nordkorea unter großem medialem Aufsehen sein erstes U-Boot, das Atomraketen abfeuern kann. Das Boot, benannt nach „Held Kim Kun Ok“, ist nach Expertenmeinung ein umgebautes russisches U-Boot der „Romeo“-Klasse mit konventionellem Dieselantrieb. Auffällig ist der Buckel, in dem zehn Silos für Raketen mit einer Reichweite von weniger als 700 Kilometern untergebracht sind.
Die nordkoreanische U-Boot-Flotte
Nordkorea verfügt über eine der größten U-Boot-Flotten weltweit, mit geschätzten 60 bis 80 Einheiten. Diese sind jedoch größtenteils veraltet, dieselelektrisch angetrieben und teilweise sehr klein. Ein Atom-U-Boot würde für Pjongjang einen technologischen Quantensprung bedeuten. Atom-U-Boote können dank ihres nahezu unbegrenzten Energievorrats wochen- oder sogar monatelang unter Wasser bleiben, was sie äußerst schwer zu orten macht.
Herausforderungen und Perspektiven
Selbst wenn Nordkoreas Angaben zu seinem neuen U-Boot zutreffen, wird es noch Jahre dauern, bis dieses einsatzbereit ist. Eine wirkungsvolle seegestützte Abschreckung erfordert, dass jederzeit mindestens ein mit Atomraketen bestücktes U-Boot auf Patrouille ist. Als Faustregel gilt, dass ein Land mindestens drei solcher Einheiten benötigt, um dies sicherzustellen. Zum Vergleich: Frankreich und Großbritannien verfügen jeweils über vier Atom-U-Boote zur Sicherstellung ihrer nuklearen Abschreckung.
Nordkoreas Streben nach einem Atom-U-Boot ist ein ambitioniertes Unterfangen, das sowohl technische als auch geopolitische Herausforderungen birgt. Die mögliche Unterstützung durch Russland und die strategischen Implikationen für die Region bleiben dabei zentrale Themen, die es weiterhin zu beobachten gilt.
Mehr Informationen ➡️ https://archive.ph/Sisae
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