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03 April 2026

Wirtschaftsministerium lagert Kernaufgaben an externe Berater aus

Wirtschaftsministerium lagert Kernaufgaben an externe Berater aus – Misstrauen im eigenen Haus?

Wie der SPIEGEL berichtet, sucht Bundeswirtschaftsministerin ᴴᴱKatherina Reiche (CDU) dringend externe Unterstützung für Aufgaben, die eigentlich zum Kern ihres Ministeriums gehören. In einer ungewöhnlich kurzfristig ausgeschriebenen Rahmenvereinbarung für „Strategische Top-Management-Beratung“ sollen Berater künftig nicht nur Analysen liefern, sondern auch fachpolitische Diskussionspapiere, Handlungsempfehlungen und Strategien zu zentralen Themen wie Rohstoffsicherheit, Zukunftstechnologien, außenwirtschaftlicher Sicherheit und industrieller Transformation erarbeiten.

Der SPIEGEL legt offen, dass die Ausschreibung am Dienstag mit nur 14-tägiger Frist erfolgte. Die Berater sollen „kurzfristig Ad-hoc-Beratung“ leisten – in Form von Kurzanalysen, Steckbriefen, Präsentationen und umfassenden strategischen Dokumenten. Das Ministerium veranschlagt dafür 9000 Stunden pro Jahr, was bei den üblichen Stundensätzen von 180 bis 650 Euro mindestens zwei Millionen Euro jährlich kosten würde. Der Vertrag ist auf zwei Jahre angelegt und kann um weitere zwei Jahre verlängert werden.


Besonders brisant ist die Art der ausgelagerten Leistungen: Sie betreffen „das Herzstück der Verwaltung“ und originäre ministerielle Kernaufgaben, die normalerweise von den eigenen Fachreferaten erledigt werden. Ein BMWE-Mitarbeiter wird mit den Worten zitiert, dies sei ein „klares Misstrauensvotum gegenüber dem Haus“. Eine ehemalige Führungskraft spricht von „hochgradig ungewöhnlich“ und einem „Zeichen von Misstrauen in die eigene ministerielle Expertise“.

ᴴᴱKatherina Reiche hatte seit ihrem Amtsantritt im Mai 2025 zahlreiche Führungskräfte ausgetauscht oder versetzt, was zu vielen offenen Stellen führte. Der SPIEGEL berichtet weiter, dass das Verhältnis der Ministerin zu ihrem Haus angespannt sei: Sie gelte als schroff und beratungsresistent, binde die eigenen Fachleute unzureichend ein und habe zuletzt sogar die angesehene Abteilungsleiterin für die Energiewende-Strategie entlassen. Auch ihre Pressesprecherin Birgit Korte verlässt das Haus, Redenschreiber sind bereits abhandengekommen. Stattdessen lässt sich ᴴᴱ Reiche nun von externen Kommunikationsagenturen beraten – mit ähnlich hohen Stundensätzen.

Ein Sprecher des Ministeriums erklärte gegenüber dem SPIEGEL, die Beratung diene der Weiterentwicklung von Methoden und Prozessen, um das Haus „besser und agiler“ aufzustellen. Die ausgeschriebenen Leistungen könnten nicht von eigenen Mitarbeitenden erbracht werden. Gleichzeitig kursiert eine interne Liste mit offenen Stellen in allen acht Referaten der Leitungsabteilung.

Der SPIEGEL stellt die Entwicklung in den Kontext des Koalitionsvertrags von Union und SPD, der eigentlich massive Einsparungen bei externen Beratern und einen Stellenabbau von acht Prozent in der Bundesverwaltung vorsieht. Gerade in Zeiten einer drohenden Energie- und Wirtschaftskrise werfe die Auslagerung von Kernaufgaben Fragen auf.

Der Bericht des SPIEGEL beleuchtet damit nicht nur die konkrete Ausschreibung, sondern wirft ein Schlaglicht auf die personellen Turbulenzen und das Führungsverständnis von ᴴᴱKatherina Reiche im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

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