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30 März 2025

Europa im Umbruch: Der Kampf um Souveränität und Unabhängigkeit

Die EU auf dem Weg zur größeren Souveränität: Ein Wendepunkt in der europäischen Politik

Die Europäische Union steht vor einer entscheidenden Phase in ihrer Geschichte. Angesichts der wachsenden globalen Unsicherheiten und der zunehmenden Desinteresses der amerikanischen Regierung an der NATO, hat die EU erkannt, dass sie ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen muss. Ursula von der Leyen, die Präsidentin der Europäischen Kommission, hat kürzlich ein ehrgeiziges Aufrüstungsprogramm vorgestellt, das die strategische Autonomie und Souveränität der EU stärken soll.

Foto: InShot
Die Corona-Pandemie und der russische Einmarsch in der Ukraine haben die EU gelehrt, wie problematisch ihre Abhängigkeit von China und Russland ist. Margrethe Vestager, die ehemalige EU-Kommissionsvizepräsidentin, betonte, dass ein großer Teil der europäischen Industrie auf billige Energie aus Russland, billige Arbeitskraft aus China und hochsubventionierte Halbleiter aus Taiwan angewiesen ist. Diese Abhängigkeiten haben sich als riskant erwiesen, insbesondere in Krisenzeiten.

Das Ende der amerikanischen Sicherheitsgarantie

Mit der zweiten Amtszeit von Donald Trump wurde deutlich, dass die USA sich zunehmend als Konkurrent und nicht als Partner der EU sehen. Die angekündigten und drohenden Zölle sind ein klares Zeichen dafür, dass die EU nicht mehr auf die Sicherheitsgarantien der USA vertrauen kann. Dies hat zu einer Neuorientierung in der europäischen Politik geführt, die sich nun verstärkt auf die Suche nach neuen Partnern jenseits der USA und Chinas konzentriert.

Neue Partnerschaften und Handelsabkommen

Die EU hat begonnen, systematisch den Kontakt zu anderen Partnern zu suchen. Der schnelle Abschluss des Handelsabkommens mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten nach Trumps Wahl war ein wichtiger Schritt in diese Richtung. Auch die Reise der gesamten Kommission nach Indien und das Gipfeltreffen mit Südafrika zeigen das Bestreben der EU, neue Handelsbeziehungen aufzubauen und ihren geopolitischen Einfluss zu stärken.

Verteidigung und Aufrüstung

Der größte Handlungsdruck besteht jedoch in der Verteidigung. Die EU steht einer konkreten Bedrohung aus Russland gegenüber und kann sich nicht mehr auf den amerikanischen Beistand verlassen. Von der Leyen hat das Ziel ausgegeben, die EU bis 2030 „verteidigungsbereit“ zu machen. Dies umfasst die Auffüllung geleerter Arsenale, die Entwicklung neuer militärischer Systeme und die Stärkung der Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten.

Die Finanzierung dieser ehrgeizigen Pläne ist jedoch eine große Herausforderung. Von der Leyen hat einen neuen Gemeinschaftsfonds namens „SAFE“ mit einem Volumen von 150 Milliarden Euro vorgeschlagen, der aus dem EU-Haushalt besicherte Kredite am Markt aufnehmen soll. Insgesamt sollen bis 2030 800 Milliarden Euro in die Aufrüstung fließen, wobei ein Großteil davon von den Mitgliedstaaten selbst aufgebracht werden muss.

Protektionismus und Wettbewerbsfähigkeit

Neben der Suche nach neuen Handelspartnern setzt die EU auch auf Protektionismus, um ihre Souveränität zu stärken. Initiativen wie das EU-Rohstoffgesetz und der „Net-Zero Industry Act“ zielen darauf ab, europäische Produkte zu bevorzugen und die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Wirtschaft zu stärken. Von der Leyen hat jedoch noch nicht den großen Sprung zur Deregulierung gewagt, der notwendig wäre, um die Wirtschaft von unnötigen Auflagen zu befreien.

Die EU steht vor einer gewaltigen Aufgabe, ihre Souveränität und strategische Autonomie zu stärken. Die Initiativen von Ursula von der Leyen sind ein Schritt in die richtige Richtung, aber es bleibt abzuwarten, ob die Mitgliedstaaten bereit sind, die notwendigen finanziellen und politischen Anstrengungen zu unternehmen. Die Zukunft der EU hängt davon ab, ob sie es schafft, ihre Abhängigkeiten zu reduzieren und sich als starke, unabhängige Macht auf der globalen Bühne zu etablieren.


Text und Recherche MistralAI LC / DND 

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