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14 April 2025

Social Media am Abgrund: Wie wir die Kontrolle zurückgewinnen

Social Media ist zerstört – was kann geändert werden?

Die jüngsten Ankündigungen von Mark Zuckerberg, dem CEO des milliardenschweren Meta-Konzerns, haben für Aufsehen gesorgt. Mit einem umfassenden Umbau der sozialen Netzwerke Facebook und Instagram kündigt er eine radikale Abkehr von bisherigen Standards an. Diese Entscheidung könnte weitreichende Konsequenzen haben und wirft die Frage auf: Wie konnten wir es so weit kommen lassen, und wie finden wir einen Weg zurück?

Der Umbau und seine Folgen

Zuckerberg plant, auf externe Faktenchecks zur Eindämmung von Desinformationen zu verzichten – zunächst in den USA. Stattdessen soll die Community selbst über die Wahrheit entscheiden. Beiträge, die bislang als Hassrede galten, sollen künftig nicht mehr entfernt werden. Laut den neuen Community-Regeln in den USA wird es sogar erlaubt sein, LGBTQIA+-Personen als „psychisch krank“ zu bezeichnen. Zudem werden die automatisierten Inhaltefilter gelockert, sodass weniger brisante Beiträge nur noch nach Nutzerbeschwerden gelöscht werden.

Diese Änderungen könnten dazu führen, dass Instagram und Facebook zu Plattformen für Desinformationen und Hass werden, ähnlich wie Elon Musks Plattform X. Ohne professionelle Faktenchecks haben Falschbehauptungen, Manipulation und Propaganda freien Lauf, während fehlende Inhaltsmoderation insbesondere Minderheiten gefährdet.

Einfluss von US-Milliardären

Die Entscheidungen von US-Milliardären wie Zuckerberg zeigen, dass moralische und ethische Überlegungen oft hintangestellt werden. Der Wahlsieg Donald Trumps dürfte Zuckerberg zu diesem Kurswechsel bewogen haben, wodurch der unberechenbare Social-Media-Konzern nun unter dem Einfluss eines noch unberechenbareren US-Präsidenten steht. Europäische Nutzer sind ebenfalls betroffen, da sie weiterhin auf den Meta-Plattformen aktiv sind.

Foto Wonder 
Ein Niedergang von Instagram und Facebook wäre prinzipiell verschmerzbar, doch ganze Industriezweige sind inzwischen von Social Media abhängig. Selbst kleine Handwerksbetriebe und lokale Geschäfte nutzen diese Plattformen zur Kundengewinnung. Die Infrastruktur, die Meta geschaffen hat, ist kaum zu umgehen.

Das Abmelden von den Plattformen löst das Problem nicht, da Propaganda und Desinformationen weiterhin grassieren und Demokratien zersetzen können. Hasskampagnen gegen Minderheiten oder Einzelpersonen haben reale Auswirkungen, wie auf nahezu unmoderierten Plattformen wie Telegram und X zu sehen ist.

WhatsApp und Messenger-Dienste

Neben den öffentlichen Plattformen betreibt Meta auch WhatsApp, das in vielen Ländern als Kommunikationsstandard gilt. Obwohl derzeit keine Änderungen für WhatsApp geplant sind, bleibt die Sorge, dass Zuckerberg auch hier seine Prinzipien über Bord werfen könnte.

Abhängigkeit von US-Konzernen

Unsere Kommunikationsinfrastruktur liegt in den Händen unberechenbarer US-Konzerne wie Google (Android) und Apple (iOS). Freie Alternativen sind in diesem Bereich kaum verbreitet. Auch Apple-Chef Tim Cook, der sich lange für Inklusion und Datenschutz eingesetzt hat, plant nun, eine Million US-Dollar an Donald Trumps Amtseinführungsfonds zu spenden, was den Druck auf Apple und Google weiter erhöhen könnte.

Regulierung durch die EU

In Europa gibt es mit dem Digital Services Act (DSA) und dem Digital Markets Act (DMA) Möglichkeiten, die Tech-Konzerne zu regulieren. Zuckerberg scheint jedoch selbstbewusst genug, um mithilfe von Donald Trump den Regulierungsbehörden in anderen Ländern Einhalt gebieten zu wollen. Der Kampf könnte schmutzig und unberechenbar werden, und Milliarden von Nutzerinnen und Nutzern hängen mittendrin.

Hoffnung durch Nutzerverhalten

Die großen Tech-Konzerne sind von ihren Nutzerinnen und Nutzern abhängig. Alternativen wie Signal oder Threema bieten Datenschutz und Unabhängigkeit. Auch der offene RCS-Standard könnte eine Alternative zu WhatsApp darstellen. Im Unterhaltungsbereich zeigen Podcasts, wie offene Standards funktionieren können. Content-Creators und Influencer sollten ihre Inhalte auf mehreren Plattformen verbreiten, um nicht von einem einzigen Konzern abhängig zu sein.

Rückkehr zu offenen Standards

Um das Internet zu reparieren, müssen wir zu offenen Standards zurückkehren, wie sie in den frühen Jahren des Internets üblich waren. Facebook- oder Instagram-Alternativen sind derzeit noch zu nischig, aber der Weg zurück zu offenen Standards ist unerlässlich, um den Digital-Konzernen ihre Macht zu entziehen.

Die neuen Regeln bei Meta mögen auf den ersten Blick wie ein verschmerzbares Detail wirken, doch sie sind ein letzter Warnschuss. Es liegt an uns, die Kontrolle über unsere digitale Kommunikation zurückzugewinnen und offene, sichere Alternativen zu fördern.



Text und Recherche Mistral AI LC DND Quelle Internet diverse 2025 

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